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Amberger Stadtbrille
Kurfürstenbrücke , 92224 Amberg
Amberger Stadtbrille
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Amberger Stadtbrille – Ein Gang über die Vils

Zum ersten Mal erwähnen Chroniken den so genannten „Gang über die Vils“ im Jahr 1454. Der Wassertorbau führt auf 46 Metern über den durch Amberg fließenden Fluss Vils. Allerdings zierten die heutige „Amberger Stadtbrille“ damals noch zwei Türme über den Mittelpfeilern. Hans Hauck, seines Zeichens Trierer Hofbaumeister, erhöhte das flussüberspannende Gebäude links und rechts noch um ein Stockwerk. Die Mitte erhielt gar zwei Etagen und Turmaufbauten.

Zum Ende des siebzehnten Jahrhunderts entfernte man das mittlere zusätzliche Stockwerk und die Türmchen. Alle Elemente des Torbaus überdacht man anschließend einheitlich. So kam es, dass die Amberger Stadtbrille im Jahre 1698 schließlich so aussieht, wie man sie heute kennt und liebt.

Das heimliche Tor

Die Stadt wurde schon lang von einer Ringmauer umgeben. Vier Tore führen ins Innere. Die Amberger Stadtbrille verstehen gemeinhin alle Bewohner als fünftes Tor. Das eigentliche Geheimnis verbirgt sich allerdings etwas westlicher. Es existiert ein dritter Brückenbogen. Dieser geriet jedoch in Vergessenheit. Hatte man ihn doch bereits im 16. Jahrhundert  zugeschüttet. Er grenzt an der einen Seite direkt an das „Kurfürstliche Schloss“. Auf der anderen Seite verdeckt ihn (beinahe) auch heute noch eine weiße Mauer. Erst 1996, während der Renovierungsarbeiten, die man zwecks der anstehenden Landesgartenschau durchführte, legte man den dritten Bogen wieder frei.

Das Wahrzeichen

Doch warum nennen die Einwohner denn diesen Teil der Stadtmauer nun „Amberger Stadtbrille“? Die Antwort ist recht einfach: Ein Pfeiler des Wassertors steht mittig in der Vils. Durch das Wasser spiegeln sich die Bögen so, dass der Eindruck von Brillengläsern entsteht. Somit mauserte sich der einst praktikable Bau zum ganz besonderen Wahrzeichen des Luftkunstort Amberg. Er ist ein sehr beliebtes Fotomotiv und stets Ziel der zahlreichen Touristen. Heute kann man die Amberger Stadtbrille bei einer der beliebten Plättenfahrten unterqueren und so kurz Teil der optischen Illusion werden.