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Die Geschichte des Hotel Brunner in Amberg

Bereits aus dem 17. Jahrhundert stammen die ersten historischen Aufzeichnungen rund um das Teufelsbäck. Dies umfasst in etwa Bereiche der heutigen Batterie- und Ziegelgasse. Auf diesem Gelände stehen heute das Hotel Brunner sowie die Bar, Bistro und Weinstube Atelier Teufelsbäck.

Im Jahre 1999 erstellte der Heimatpfleger Hans Hummel einen Essay, auf dem dieser geschichtliche Überblick basiert. Und das ist sie nun: Die Geschichte des Hotel Brunner…

Es war einmal…

Es war einmal ein cholerischer Weißbäcker namens Michael Wirth. Dessen betuchte Frau Regina Wirth hatte einige Immobilien erworben. Dazu zählten die Gebäude der Batteriegasse 3.

Der Fluch mit den Flüchen

Besagter Bäcker fluchte gern und viel. Besonders der Teufel musste sich dabei recht oft seine Anrufung gefallen lassen. So trug es sich eines Morgens zu, dass Michael Wirth in seiner Backstube stand und das Feuer seines Ofens nicht hoch genug lodern wollte.

Ein Teufel in der Backstube

Der Bäcker fluchte und ließ auch den Teufel nicht unerwähnt. Plötzlich sprang die Tür zur Backstube auf und ein gehörntes Wesen stand lodernd vor ihm. Natürlich war das selbst für ein gestandenes Mannsbild wie Michael Wirth zu viel. Schreiend flüchtete er in seine Wohngemächer, in denen seine Frau und Tochter verwundert seiner atemlosen Erzählung lauschten.

Mut der Holden

Die Bäckersfrau Regina Wirth wollte dem beschriebenen Treiben keinen Glauben schenken. Deshalb beschloss sie, sich selbst ein Bild zu machen.

Wer den Schaden hat…

Kurze Zeit später erfüllte schallendes Lachen die Backstube. Michael Wirth fasste sich ein Herz und beschloss nach dem Rechten zu sehen. Seine Frau und die Tochter standen vor dem Ofen und zeigten auf das gefährliche Wesen, das den Bäcker so in Panik versetzt hatte: ein Ziegenbock.

…braucht für den Spott nicht zu sorgen.

Die peinliche Geschichte machte alsbald die Runde und so hatte Michael Wirth seinen Spitznamen weg: „Teufelsbäck“. Dieser Name überdauerte die Zeit und schließlich benannte man auch die Gaststube danach. Bis im Februar 1958 das Gebäude abgerissen wurde und der Bau des Hotel Brunner begann, speiste man im „Zum Teufelsbäck“.

Von der Poststation zur Bäckerei

Doch die Geschichte rund um die Ziegel- und Batteriegasse hat schon vor dem Weißbäcker Michael Wirth einiges zu berichten. Der deutsche Historiker und Archivar Dr. Johannes Laschinger schreibt in einem Artikel über die Zeit des 30-jährigen Krieges. Bereits vor dessen Wirren war Amberg eine wichtige Station für den postalischen Verkehr von und nach Prag.

Daher errichtete 1595 der damalige Postillion und gelernte Metzger Christoph Bayerschmid in der Ziegelgasse 8 die erste kaiserliche Poststelle. In den 1620er Jahren musste er diese dann verlegen. Anno 1629 begann der Weißbäcker Christoph Rockhinger seine Arbeit in der Ziegelgasse 6. Gegen 1635 fegte die Pest durch die Ziegelgasse und leerte so ziemlich jedes Haus. Danach wechselte das Gelände oft den Besitzer, bis dann besagte Regina Wirth 1819 das Anwesen aufkaufte. Im Jahr 1821 begann Michael Wirt, der Teufelsbäck, sein Handwerk.

Aufschwung durch Abriss

Die Gebäude der Ziegel- und Batteriegasse wechselten in den darauffolgenden Jahrzehnten oft den Besitzer. Ende des neunzehnten Jahrhunderts entstand die Gaststube “Zum Teufelsbäck”, welche bis nach dem zweiten Weltkrieg Bestand hatte. Doch dann musste das altehrwürdige Gebäude Platz schaffen.

Amberg befand sich im wirtschaftlichen Aufwind und man benötigte Übernachtungsmöglichkeiten für die zahlreichen Besucher. Deshalb war es ein Ereignis, als der Architekt Edwin Gräf auf dem Erras-Brunner-Anwesen die geschichtsträchtige Gastwirtschaft abreißen ließ und mit dem Bau des modernen Hotel Brunner begann. Bereits im Juli 1958 feierte man Richtfest.

Auf dem Weg zur Eröffnung

Die außergewöhnliche Leistung des Architekten machte es möglich, dass die Familie Brunner bereits am 20. Dezember 1958 zur Eröffnung laden konnte.

Die Presse ist begeistert

Die Amberger Zeitung widmete der Eröffnung des Hotel Brunner im Jahre 1958 einen ausführlichen Artikel. Dessen Titel „Ein Hotel, das auch verwöhntesten Ansprüchen Rechnung trägt“ ist Teil der gastronomischen Philosophie, welcher zunächst Familie Brunner und anschließend Familie Schatz bis heute folgen.

Eine Stadt voll Stolz

Ende der fünfziger Jahre war man stolz in der Stadt auf das neue Hotel, dessen Zimmergröße und -ausstattung sich am damaligen Hotel Hilton in Berlin orientierte. Die Presse bezeichnete es gar als „Kempinski von Amberg“, denn es war zu dieser Zeit eines der modernsten seiner Art.

Luxus & Moderne

Die teureren Zimmer waren mit Telefon, Dusche, WC und eigenem Bad ausgestattet. Schallisolierung und Teppiche waren zu damaligen Zeit keineswegs Standard. Eben sowenig konnten Hotels oder Gasthäuser selten mit zwei empfangbaren Radiosendern werben.

Kunst im Hotel

Den Gästen wurde in den 42 Zimmern mit 50 Betten von Anfang an Geborgenheit, gepaart mit individuellem Service und neuzeitlichem Komfort geboten. Ein Flügel des Hotels stand auf Stelzen, wodurch eine beheizte Großgarage ermöglicht wurde. In der Geschichte des Hotel Brunner spielte Kunst schon da eine entscheidende Rolle, denn sämtliche Türen der Kleiderschränke waren individuell bemalt. Amberg war um eine außergewöhnliche Attraktion reicher.

Aufgekauft!

Im Jahre 1978 erwarb Familie Schatz das Hotel. Es erfolgte eine grundlegende Renovierung und verschiedene Erweiterungen, um den gestiegenen Ansprüchen der Gäste gerecht zu werden.

Dabei bemühte man sich, den Charme und das Flair des Hotels zu bewahren. Die gemütlichen Teppichböden, das warme Licht aus edlen Wandleuchtern und die urige Holzvertäfelung zeichneten Empfangshalle sowie Gasträume aus.

Blättern Sie im Folgenden durch den ersten Werbeprospekt nach dem Umbau 1978:

Eine Wendeltreppe im Foyer

Bereits seit Eröffnung ist der gewundene Treppenaufgang ein besonderer Blickfang für die Gäste. Die Stufen wurden aus italienischem Marmor gefertigt und unterstreichen das gediegene Ambiente des Hotel Brunner.

Inspiration durch Hundertwasser

Die Gäste des Hotels schätzen bis zum heutigen Tage die unnachahmliche familiäre Atmosphäre, die Verbundenheit zu Amberg und den individuellen Service.

Geschäftsführerin Ute Schatz schuf eine Umgebung, in der man sich einfach wohl fühlen musste. Im Jahr 2004 ließ sie sich vom Künstler Friedensreich Hundertwasser inspirieren, der Stadtmenschen ein Stück Natur zurückgeben wollte.

Unsre kleinen Baummieter

Bis zum heutigen Tag wachsen auf den Balkonen des Hotel die kleinen Baummieter, um positiven Einfluss auf die Seelen der Gäste auszuüben. Die Pflanzen, darunter Ahorn, Linde und Kastanie, werden auch von Ute Schatz‘ Nachfolger Konstantin Schatz gehegt und gepflegt.

50 Jahre Hotel Brunner

Das Jahr 2008 brachte ein großes Jubiläum für das Hotel: Denn erfolgreiche 50 Jahre lang verwöhnte das Hotel nun schon seine Gäste. Grund genug für eine große Feier mit tollen Unterhaltungsangeboten inklusive Musikkapelle und Gutscheinen.

Doch auf diesen Lorbeeren ruhten sich weder Ute Schatz, noch ihr Sohn und Nachfolger Konstantin Schatz aus: Alle Zimmer wurden neu eingerichtet und modern ausgestattet, außerdem erfolgte ein Um- und Ausbau der sanitären Einrichtungen.

Kunst im Hotel

Im weithin sichtbaren Blau leuchtet seit 2015 der Schriftzug des Hotel Brunner und verkündet auch einen weiteren spannenden Kurs des Hauses. Neben der beständigen Modernisierung erweiterte Konstantin Schatz das Konzept des Hotels. Gemeinsam mit dem Amberger Künstler Marcus Trepesch entwickelte er Kunst im Hotel. Dabei sollen alle Zimmer von regionalen Künstler individuell gestaltet werden.

Atelier Teufelsbäck

Die ständig wachsende Zahl eben jener Kunstzimmer vertieften mit Motiven des Luftkunstorts Amberg die Verbundenheit zur heimlichen Hauptstadt der Oberpfalz. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Hotel Brunner ließ den Wunsch nach einer weiteren Begegnungsstätte keimen. Was lag da näher als eine Weinstube mit gemütlichem Biergarten?

Das Haus in direkter Nachbarschaft zum Hotel war frei geworden. So entstand im Geiste der einstigen Gaststube das Atelier Teufelsbäck. Kunst wie das Glasmosaik von Marion Mack und Marcus Trepesch vereinte sich mit der Geschichte Michael Wirths, dem sagenhaften Teufelsbäck.

Viel Licht…

Bis hin zum Jahr 2020 machte das Hotel Brunner mit unvergesslichen Vernissagen, familiärer Gastlichkeit und ausgezeichnetem Service von sich reden. Ein Großteil der Zimmer wurde bereits kreativ durch Amberger Künstler gestaltet – zum Teil mit Motiven des Luftkunstort Amberg.

Doch auch alle anderen Bereiche des Hotels werden beständig erweitert und modernisiert. Die Gäste erwartet beispielsweise ein komplett neuer Empfangsbereich in dem viele liebevolle Details darauf warten, entdeckt und bewundert zu werden. Außerdem bietet die neue lichtdurchflutete Rezeption Einblicke in die Geschichte Ambergs.

…und etwas Schatten

Im Frühjahr 2020 erschütterte die weltweite Pandemie die Grundfesten eines jeden Menschen. Solch einschneidende Beschränkungen hatte es in der Geschichte des Hotel Brunner noch nicht gegeben. Touristische Übernachtungen waren nicht mehr möglich. Einzig Geschäftsleute durften noch im Hotel nächtigen.

Die Zeit für kreative Alternativen war gekommen. Neben ausgefeilten Hygienekonzepten und humorvollen Videos baute Geschäftsführer Konstantin Schatz auf die Stärken des Hotel Brunner. So verwöhnte er die Amberger mit verschiedenen Lieferservices zum Frühstück und unvergesslichen Konzerten im Atelier Teufelsbäck.

Ein Ausblick

Die Geschichte des Hotel Brunner in Amberg ist noch lange nicht auserzählt. Werden Sie Teil der Historie und besuchen Sie uns!

Wir freuen uns auf Sie!