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Nabburger Tor
Militärspitalgasse , 92224 Amberg
Nabburger Tor in Amberg
Genaue Information

Spital- oder doch Nabburger Tor?

König Ludwig der Bayer stiftete der Stadt Amberg ein Spital. Dies geschah im Jahr 1317 und dies ist auch der Zeitpunkt der ersten urkundlichen Erwähnung eines Nabburger Tors. Aus diesem Ereignis schöpft sich auch der Name: Spitaltor. Jedoch ist dieses Tor nicht dem heutigen gleichzusetzen, denn es befand sich an anderer Stelle. Zunächst war es gar der Eingang zur Stadt und befand sich weiter im Inneren Ambergs als Teil der damaligen Stadtbefestigung. Diese wurden in Teilen erst 1994 wiederentdeckt.

Eine neue Stadtbefestigung

Im vierzehnten Jahrhundert beginnt der Bau einer neuen Stadtbefestigung. Dies geschah laut einer Tafel am Georgentor im Mai des Jahres 1326. Zunächst werden wehrhafte Türme und Tore errichtet, denen dann die Stadtmauer lückenfüllend folgt. Am Ende des monumentalen Baus umfasst die Stadtbefestigung dann fünf Tore und misst eine Gesamtlänge von drei Kilometern. Darunter befindet sich dann auch das neue Nabburger Tor an der heute bekannten Stelle. Seine wehrhafte Gestalt mit den zwei Türmen und achteckigen Aufbauten erhielt es aber erst im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts unter Kurfürst Ludwig VI.

Zoll und Torwächter

Die Torwächter am Nabburger Tor bewachten den Zugang zur Stadt. In den oberen Geschossen der Türme befanden sich Arrestlokale, vergleichbar wohl mit heutigen Ausnüchterungszellen. Insassen gab es meist nur in der Nacht, tagsüber mussten diese beim Bau und der Instandhaltung der Wehranlagen mithelfen.

Vor dem Tor befand sich bis ins zwanzigste Jahrhundert ein Pflasterzollhäuschen. Den so genannte Pflasterzoll erhoben die Regierenden seit dem vierzehnten Jahrhundert bis in die 1930er Jahre in Bayern. Dieser historische Zoll wurde für externen Handelsverkehr, aber nicht für Einheimische verlangt. Mitte der 1950er Jahre verschwand dann auch das kleine Zollhäuschen als man den Kreisverkehr baute.

Heute durchfährt man das Nabburger Tor nur noch in eine Richtung. Die Einbahnstraße führt nur noch aus der Stadt hinaus.